Andreas Langenohl : Transkultur-Kunst-Politik

Das Konzept der Transkulturalität weist unterschiedliche Genealogien auf, wobei derzeit vor allem – wie etwa von Wolfgang Welsch – der Akzent auf die Betonung innerkultureller, i.S. von innersymbolischer, Hybridität und Heterogenität gelegt wird, wie sie für Gegenwartsgesellschaften typisch sei. Allerdings hat das Konzept, in Gestalt des Begriffs transculturación, auch eine quasi karibische Vergangenheit (Fernando Ortíz), die den Fokus auf die Untrennbarkeit materieller, symbolischer und sozialer Prozesse legt, dies in den Kontext von Kolonisierung stellt und doch nicht auf Kolonisierung reduziert. Es geht, so wird der Vortrag argumentieren, bei Transkultur tatsächlich um die Erkennbarkeit des Kulturellen – und dies ist eine hochbrisante Frage, gilt doch das Konzept der ‚Kultur‘ aus unterschiedlichsten und sehr guten Gründen als weitgehend diskreditiert.

Prof. Dr. Andreas Langenohl.
Professor für Soziologie mit Schwerpunkt Allgemeiner Gesellschaftsvergleich an der Justus-Liebig-Universität Gießen (D)